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Ferienfreizeit nach eineinhalb Stunden ausgebucht

Von Heiko Hofmann 08.08.2018 - 10:38 Uhr

Nagold - Einmal Daxburg, immer Daxburg: Die Beliebtheit der Ferienfreizeit ist ungebrochen. 120 Kinder und knapp 40 Helfer und Betreuer kommen derzeit bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Daxburggelände in Pfrondorf kräftig ins Schwitzen – immer mit ganz viel Spaß, versteht sich.


Michael Ohngemach, der Leiter der Nagolder Stadtranderholung, kommt ein wenig in Zwiespalt. Klar, sei es toll, wie beliebt die Daxburg ist. Mehr denn je ist das Angebot bei den Familien in Nagold gefragt. Doch dass die 120 Plätze bereits nach eineinhalb Stunden ausgebucht waren, das gibt dem Betreuerteam aus dem Nagolder Youz auch zu denken. Die Zahl zeigt offensichtlich: Der Bedarf an Betreuung in der Ferienzeit ist in Nagold riesengroß. Ein Bedarf, den die zweiwöchige Daxburg schon seit Jahren nicht mehr decken kann. Ohngemach jedenfalls musste schweren Herzens vielen Familien absagen – wohlwissend, wie wichtig für einige eine Betreuung in der langen Ferienzeit ist.


An diesem Morgen freilich spielt das keine Rolle. Die Daxburg läuft rund, das freut Ohngemach und sein Team. Die meisten Kinder sind Wiederholungstäter, kennen sich also schon gut aus mit dem Daxburgbetrieb. Und, um bei dem Thema Treue zu bleiben: Auch das Mitarbeiterteam ist bestückt mit vielen erfahrenen Daxburgbetreuern. Zum Teil waren sie sogar schon als Kinder selbst über viele Jahre bei der Daxburg dabei. Dann wurden sie mit 13 Juniorbetreuer. Jetzt gehören sie schon zu den alten Hasen – und das zum Teil mit gerademal 18 Jahren.


Jede der neun Gruppen der Tages-Ferienfreizeit ist denn auch mit mindestens einem Daxburg-erfahrenen Betreuer besetzt. "Mit so einem Team ist es gleich viel leichter für mich als Organisator", freut sich Ohngemach über viele "treue Wegbegleiter" – und deutet garantiert nicht zufällig auf seinen Youz-Kollegen Stephan Sawadsky.


Die Daxburg hat ihr eigenes Küchenteam


Heute geht es auf der Wiese rund um der Pfrondorfer Gemeindehalle besonders bunt zu. In farbigen, selbst gebatikten T-Shirts tummeln sich die Kinder an verschiedenen Spielstationen – oder sollen wir es lieber Wettkampfstätten nennen? Schließlich ist Daxburg-Olympiade – eines der Highlights bei der Stadtranderholung. Und gilt auch das olympische Motto – dabei sein ist alles – so will natürlich doch jede Gruppe die Olympiade gewinnen. Und so ziehen sie von Station zu Station, werfen auf Dosen, suchen nach im Sand versteckten Gegenständen, befördern mit Teamgeist und viel Grips eine schwere "Schatztruhe" einen Hügel hinauf oder tanzen munter Limbo.


"Völker dieser Erde", lautet das Daxburg-Motto in diesem Jahr. Kelten, Römer, Indianer, Hawaianer, Druiden, Ägypter, Aborigines, Hippies oder auch die (Großfamilie) Feuerstein sind da zu entdecken. Passend zur selbst gewählten Gruppe wurden auch die Kostüme gebastelt. Und schließlich sind ebenso die Spielstationen angelehnt an das eigene Volk. Bei den Ägyptern zum Beispiel geht es um besagten Transport von Kleopatras Schatzkiste.


Die Daxburg ist ein Dauerbrenner, dessen Wurzeln bis weit ins vorige Jahrhundert reichen. Jahr für Jahr setzt man auf das erfolgreiche Grundschema. Morgens werden die Kinder per Bus an verschiedenen Stationen in Nagold abgeholt und am Abend wieder in ihre Heimatorte zurückgebracht. Zwischendurch gibt es von 9 bis 17 Uhr den großen Daxburgspaß in Pfrondorf. Das fängt schon mit dem gemeinsamen Frühstück an. Die Verpflegung, auch zur Mittagszeit, ist wieder selbst zubereitet. Man hat ein eigenes Küchenteam. "Das Essen ist echt lecker", lobt Ohngemach. Und erwähnt voller Respekt als Beispiel die 30 Kilo selbst hergestellten Kartoffelsalat oder den 100 Liter fassenden Kochtopf.


Das Wetter freilich spielt in diesem Jahr auch mit. Sonne pur ist vom ersten Tag an angesagt. Die Hitze sorgt aber bei den Betreuern auch für Zusatzaufgaben. Verpflichtende Trinkpausen legt man beispielsweise mehrfach am Tag ein – natürlich auch beim Fußballspielen oder dem Völkerballspiel am Nachmittag. Dann gibt es noch täglich Eis – vielleicht nicht der gesundeste Sommer-Ergänzungssnack, aber garantiert beliebt, Spaß fördernd und zu 100 Prozent kühlend. Zudem bietet das Gelände rund um die Halle auch genügend schattige Plätze. Auch die großformatigen Youz-Pavillons sorgen für ein erträglicheres Klima beim Zusammensitzen in der Gruppe.


Und zum Glück gibt es ja auch noch Wasser. Die Kinder haben ihre Badesachen dabei. Und die Betreuer sorgen täglich für wässrige Abkühlung, zum Beispiel mit der Wasserrutsche oder den besonders beliebten und deshalb auch ausgedehnten Wasserschlachten.


Apropos treue Daxburgbesucher: Eine weitere Spezialität der Daxburg fällt nur jenem auf, der gezielt danach sucht – so selbstverständlich ist sie. Seit vielen Jahren ist die Lebenshilfe mit Kindern bei der Daxburg dabei. Dabei setzt man auf Inklusion pur: Die behinderten Kinder werden nicht etwa in gesonderten Gruppen betreut, sondern sind Teil der einzelnen Daxburg-Völker. "Das klappt hervorragend", freut sich Stephan Sawadsky. Ob behindert oder nicht – nach diesem Kriterium unterscheiden die Kinder nicht. Warum auch, sind sie doch alle zusammen Daxburgkinder.